| |
Barano d'ischia.
BARANO D'ISCHIA
DER LIEBENSWERTE SÜDEN DER INSEL
Die Gemeinde Barano spielt merkwÜrdigerweise eine etwas untergeordnete
Rolle auf Ischia. Dabei ist sie mit 11,07 Quadratkilometer flächenmäßig
zweitgrößte Gemeinde der Insel (nach Forio) und steht was die Einwohnerzahl
betrifft mit 7000 an dritter Stelle hinter Ischia und Forio. Zudem
ist Barano mit einer herrlichen Südlage ausgestattet und darüber hinaus
so reich an touristischen "Heiligtümern", daß es eigentlich eine weitaus
größere Bedeutung haben müßte. So drängt sich zunächst die Annahme
auf, daß die Stadtväter Meister an Bescheidenheit sein müssen. Dem
widerspricht die Tatsache, dass dem Hauptort Barano, viele kleinere Nebenorte angehören, von denen jeder etwas besonderes zu bieten hat.
Einer der Hauptanziehungspunkte und Mittelpunkt der Gemeinde ist die Piazza San Rocco, benannt nach dem schlichten, dem heiligen Rochus geweihten Kirchlein. Vom Dorfplatz aus bietet sich außerdem eine herrliche Aussicht auf das Meer und die Südküste Ischias. Besonders im Hochsommer lebt die Piazza Baranos auf.
Rund um Barano gibt es aber noch mehr zu sehen. Wenn man von Ischia Porto
kommt, beginnt Barano bei einem der auffälligsten Baudenkmäler der
ganzen Insel: dem Aquädukt, von den Einheimischen „i Pilastri“ genannt. Dieser Bau stammt allerdings nicht(wie mancher Voreilige gern begeistert ausruft) aus römischer Zeit; sondern wurde zwischen 1570 und 1690 gebaut. Sein Zweck: der Wassertransport zu dem, am kostbaren Naß chronisch unterversorgten, Castello Aragonese.
Etwas weiter in Richtung Ortsmittelpunkt Barano liegt Piedimonte (wie
der Name wörtlich sagt, "am Fuße des Berges"). Von hier aus kommt
man nach Fiaiano, einer inzwischen sehr beliebten Wohngegend
mit einem einer Dichtung würdigen Ausblick auf den Golf von Neapel.
Fährt man die Straße weiter, so kommt man nach Fiaiano und zu einen herrlichen Pinienwald, der im Sommer ideal für schattige (und romantische) Spaziergänge geeignet. Seit zwei Jahren gibt es einen Gerätefreizeitpark für Jung und Alt. Auf Holzkonstruktionen kann man unter Anleitung von erfahrenen Animateuren in den höchsten Höhen schwingen und klettern. Auch die längst ausgestorben geglaubte Papyruspflanze wurde in der Pineta von Fiaiano in einem der romantischsten Eckchen wiederentdeckt uns sollte bei einem Besuch im Wald unbedingt bewundert werden.
Unterhalb des Zentrums von Barano (also gegenüber) liegt die Ortschaft Testaccio, schon in früheren Jahrhunderten das Ziel aller Kurenden: hier gab es "Sudatorien", Dampfbäder, deren Nutzung wohl Vorbild des heutigen Getümmels in den Thermalgärten sein könnte. Viele lernen
Testaccio jetzt leider nur als Eis-, Badeschuh- und Zeitungsstation
auf dem Weg zum Marontistrand kennen. Dieser längste Strand Ischias
bietet nicht nur Sonne, Wasser und braungebrannte Schönheiten, sondern auch verschiedene Kurmöglichkeiten, darunter die Anwendungen (Schlammbäder und Massagen) in der charakteristischsten Naturbadeanstalt Ischias: der Cavascura, einer antiken Thermalanlage mit in den Fels geschlagenen antiken Badewannen und Nischen. Die Therme Cavascura ist übrigens seit Jahrtausenden bekannt und bereits auf den ältesten Ischia-Karten eingezeichnet.
Verläßt man Barano in Richtung Monte Epomeo, so kommt man an der Nitrodiquelle vorbei nach Buonopane, auch als Heimat des N´drezzata bekannt, ein antiker traditioneller ischitanischer Tanz.
In Richtung Epomeo fährt man dann einer der schönsten, aber auch kurvenreichsten Straßen hinauf. Schon das Panorama mit Blick auf die unterhalb gelegenen Ortschaften und das Meer, aber auch die grüne Berglandschaft versöhnt jeden, der mit den „lieben“ Kurven so seine Probleme hat.
Barano gehört seit jeher zu den bäuerlichsten Gegenden der Insel. Hier spielen der Anbau von Obst, Gemüse und Wein eine bedeutende Rolle. Auch das Kaninchen, in der Grube gezüchtet, hat eine antike Tradition. Wer hier wandert kommt immer wieder an Weinkantinen vorbei, an weitläufige Mischwälder, an Felsschluchten und atemberaubenden Aussichtspunkte.
|