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Ischia Porto und Ischia Ponte.
Ischia Porto und Ponte
Zwei historische Orte die zusammen eine Comune bilden
Wenn Sie etwas Italienisch können, dann wissen Sie, wie die beiden Stadtteile sich namentlich zusammensetzen: Ischia heißt die ganze Insel: Hafen=Porto, also Ischia Porto und Brücke= Ponte, so entsteht Ischia Ponte. Die beiden Gemeinden werden gemeinsam von Ischia Porto, verwaltet.
Ponte - das ist die Brücke zum Castello Aragonese, das Wahrzeichen von ganz Ischia und das erste was sie von Neapel aus kommend, sehen. Unterhalb des Schloßes spielt sich dann das bunte Treiben von Ponte ab, dass man auch oft als Klein- Neapel bezeichnet, denn hier, gar nicht weit von den großen Hotels, ist Ischia noch ganz urwüchsig: kleine, typische Läden, morgendlicher Fischmarkt, flatternde Wäsche.
Wie schön, daß Ponte so geblieben ist, wie es im 17. und 18. Jahrhundert entstanden ist, als sich die Bevölkerung aus dem Castello langsam hier unten ansiedelte. Wobei die Kirchen von Ponte weit älteren Datums sind als die Bischofskirche Maria della Scala, deren Ursprünge tatsächlich auf das Jahr 1309 zurückgehen, auch wenn dreihundert Jahre an ihr gebaut wurden. In ihr befinden sich einige Kunstwerke, die aus dem Schloß hierher kamen so z.B. ein Taufbecken des 12. Jahrhunderts. Gegenüber liegt die 1557 gegründete Kirche Santo Spirito. Vielleicht fällt Ihnen aber vor allem das Gebäude mit dem Uhrturm ins Auge, dessen Gedenktafeln an den Tod von König, Viktor Emanuel II. und dem Bau des Aquädukts (Pilastri) von der Bucetoquelle zur Stadt, der 1785 beendet wurde. In dem Gebäude, dem sogenannten Uhrenturm befindet sich heute das Meeresmuseum, daß man einem Besuch in Ischia Ponte unbedingt besichtigen sollte. Sonst ist Pontes stattlichster Bau, wohl der 1737 erbaute Bischofssitz in dem der jetzige Bischof von Ischia, Filippo Strofaldi residiert und Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch 2002 auf der Insel nach seinem eindrucksvollen Gottesdienst auf der Piazza vor dem Schloß eine Ruhepause gönnte, bevor er die Jugend in Forio vor der Kirche Del Socorso empfing.
Wenn Sie nun eine kleine Pause einlegen wollen, bevor Sie weiter nach Ischia Porto gehen, dann empfehlen wir Ihnen in das kleine „Desiderio Cafe“ auf der rechten Seite vom Schloß kommend, einzukehren. Hier werden Sie mit stets frisch zubereiteten Köstlichkeiten für den kleinen Appetit zwischendurch verwöhnt. Auch wer lieber frische Erdbeeren mit Eis und Sahne, Eisbecher, Eiskaffe, oder ein Stück Kuchen bevorzugt ist hier genau richtig.
Auf dem Weg von Ponte nach Porto liegt heute die Pineta, ein malerisches Pinien-Wäldchen, der 2007 in eine Art „Gesundheitspark“ umgewandelt wurde. Das war nicht immer so. Hier lag einst das kleine Städtchen Geronda, das bei dem letzten Ausbruch des Monte Arso 1301 von den Lavamassen zerstört wurde. Seine Bewohner flüchteten damals aufs Castello. Später, im 19. Jahrhundert, veranlaßten die Bourbonen, daß der Schandfleck mit Pinien begrünt wurde. Eine gute Idee, die heute, nahe dem autoreichen Piazza d` Eroi (Heldenplatz), eine schattenspendende grüne Lunge bildet und außerdem mit zwei Spielplätzen ausgestattet und somit das ganze Jahr über, für Kinder und Eltern ein kleines Paradis bleibt. Auch für viele Katzen die dort leben, ist der kleine Pinienwald zum Futterplatz und Lebensraum geworden, denn sowohl bei Einheimischen, als auch bei einigen Touristen, hat es sich herumgesprochen, dass die kleinen „Raubtiere“ dort regelmäßig morgens und abends, gefüttert werden.
Der Hafen, ist in vieler Hinsicht der Mittelpunkt für den Tourismus in Ischia, denn hier kommen die meisten Schiffe von Neapel an. Hier zieht sich die wichtigste Einkaufsstraße malerisch und mit lockenden Schaufenstern entlang. Hier liegen die größten Hotels und die schönsten Lidos. Hier reihen sich die vielen abwechslungsreichen Lokale der Hafenpromenade, des rechten Ufers, aneinander.
Ursprünglich war der Hafen ein Kratersee in dem man angeln konnte. Erst vor 1854 kam der damals herrschende Bourbonen-König von Neapel, Federico II. auf die Idee, mit einem Durchbruch zum Meer aus dem Binnensee einen richtigen Hafen zu machen. Der König war steter Gast in Ischia und wenn er bei Dunkelheit unterwegs war (damals gab es noch keine Straßenbeleutung) so leuchteten die Einheimischen ihm mit Laternen den Weg und dafür bekamen sie Silbergeld. Von der Zeit an, als er den Hafen druchbrechen ließ, wunderten sich die Ischitaner, daß er plötzlich so „geizig“ wurde, worauf er den Einheimischen dieser Insel erklärte, dass er mit der Öffnung des Hafens, ihnen großen Reichtum und Wohlstand schenkte, denn das war der eigentliche Beginn des Tourismus auf der Insel und das ist bis heut so.
Ganz dicht am Hafen fällt eine Platene auf, die überraschenderweise ihr Wachstum gerade inmitten der Straße nach Casamicciola zu vollzieht. Im 19. Jahrhundert wurde sie gepflanzt, um damit den französischen Schrifsteller Alphonse de Lamartine zu ehren, der in seiner Erzählung über die Liebe zwischen zwei jungen Leuten der Inseln Ischia und Procida schrieb.
Der unbestrittene Höhepunkt von Porto ist wohl die via Roma, die in ihrer Fortsetzung erst Corso Vittoria Colonna und dann Via Pontano heißt. Die Flaniermeile von Ischia ist zugleich die Haupteinkaufsstraße, wo man sich an schön dekorierten Schaufenstern niemals satt sieht, oder in einem der Straßencafes einen Campari oder Espresso trinkt und die vorbeieilenden Menschen beobachtet.
In der via Roma steht eine Kirche - San Pietro. Sie wurde, 1781 erbaut und es ist noch gar nicht so lange her, als sie Schauplatz einer makaberste Szene wurde. In den Tagen der Revolution von 1799, wurde der Edelmann Pasquale Battistessa, zum Tode am Galgen verurteilt. Ihm gelang zunächst auch die Flucht und er glaubte in der Kirche, Schutz und Sicherheit zu finden. Aber der Henker, der ihn schon nach kurzer Zeit fand, zögerte nicht lange und erschlug ihn direkt vor dem Hauptaltar...
Vielleicht war der Schutzheilige dieser Kirche, der Hl. Petrus, gerade in einer anderen Mission „außer Haus“, auf jeden Fall wird jedes Jahr, am 28. und 29 Juni, ein großes Fest zu seinen Ehren gegeben.
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